In der Reiseindustrie wird immer mehr der langatmige Begriff „nachhaltiger Tourismus“ benutzt. Heute gilt es schon fast als magische Formel für das jeweilige Branchenmarketing, allerdings müssen diese Urlauber noch häufig mehr zahlen als Pauschaltouristen. Bisher sind nachhaltige Reisen eher ein Nischenprodukt, schon allein, weil kaum jemand mit dem Begriff etwas anzufangen weiß. Nicht unähnlich der Entwicklung von Biogeschäften, könnte auch das umweltfreundliche Urlaub-machen für Reisekonzerne wichtig sein. Aber Öko-Urlaub? Macht das denn Spaß?
Was genau bedeutet nachhaltiger Tourismus? Soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz sind die Schlagworte. Ethische und soziale Gerechtigkeit sowie dauerhaft ökologisch und ökonomisch tragbar soll es sein. Bestimmte Kriterien sind deshalb entwickelt worden. Umweltfreundlichere Transportmittel wie etwa Bahn oder Bus sollen dem Fliegen vorgezogen werden. Sowohl in Katalogen, als auch auf den Internetseiten der Anbieter sind Mitglieder aufgefordert, die Verkehrsmittelwahl zu thematisieren. Damit soll auf alternative Anreisemöglichkeiten hingewiesen werden. Neben Transportmitteln geht es aber auch bei den Unterkünften um ökologische Faktoren. Abfallarm sollen diese sein, Putz- und Waschmittel sollen umweltgerecht eingesetzt werden, der Gebrauch von regenerativen Energien sowie das Energiesparen an sich sind bedeutsam. Aber mal abgesehen vom Klimaschutz: Soziale und ethische Elemente beinhaltet ein nachhaltiger Urlaub auch. Wer eine Fernreise macht, bringt Interesse für die dortige Kultur mit und befasst sich mit dieser intensiv. Besonders junge Menschen zeigen laut Umfragen Interesse an nachhaltigen Reisen beziehungsweise haben solche schon unternommen. Fragen nach fairen Gehältern bei den Angestellten vor Ort tauchen auf oder ob und wie lokale Produkte unterstützt werden. Am wichtigsten ist den 18 bis 29-Jährigen, ob ein Austausch zwischen Besuchern und Einheimischen stattfindet.